Zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung [TSE] | Sicherheitsmodul Kassen - Heimpel CKV Kassensysteme

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Zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung [TSE] | Sicherheitsmodul Kassen

Zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung [TSE] 2020 Kassensysteme
Schutz vor Manipulation an digitalen Grundaufzeichnungen [BSI]
Alle Informationen rund um die "zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung" (kurz: TSE) an elektronischen Registrierkassen. Wir erläutern Ihnen in aller Kürze was Sie wissen müssen.
Mit dem Gesetz der Kassensicherungsverordnung und immer wieder neuen technischen Richtlinien soll ab dem 01.01.2020 jedes Kassensystem in Deutschland ein Sicherheitsmodul in Form eines Chips gemäß der technischen Richtlinie TR-03153 und TR-03116 besitzen (i. S. d. § 146a AO i. V. m. § 1 Satz 1 KassenSichV). Das bedeutet, dass alle GoBD fähigen Kassensysteme auf diesen neuen Standard umgerüstet werden müssen. Das sind im Normalfall alle Kassensysteme, die spätestens ab dem 01.01.2017 verkauft worden sind.

Generell gilt: Die Nichteinhaltung oder etwa das Weiterarbeiten mit einer Kasse ohne technische Sicherheitseinrichtung ist ab dem 01.01.2020 nicht gestattet und ist mit empfindlichen Strafen behaftet.

Bundesländer verlängern Frist zur Umrüstung auf manipulationssichere Kassensysteme (Juli 2020)
Aus einem Schreiben der Bundesländer (unter anderem aus einer Pressemitteilung Baden-Württemberg) vom 10.07.2020 geht hervor, dass Betriebe, die bis spätestens 30.09.2020 eine Bestellung zur Aufrüstung oder zur Neuanschaffung eines Kassensystems aufgegeben haben, bis zum 31.03.2021 Zeit haben, bis der Kassenfachhändler die neue Kasse / Umrüstung tatsächlich durchführen konnte.

Kurz und prägnant auf den Punkt gebracht:
Sie müssen bis zum 31.09.2020 die Umrüstung oder Ersetzung Ihrer Kasse bei einem Kassenhändler beauftragt haben. Der Kassenhändler hat dann bis zum 31.03.2021 Zeit, diesen Auftrag duchzuführen, ohne dass Sie in der Zwischenzeit eine Strafe bekommen.
Das heißt im Umkehrschluss, dass wenn Sie die Umrüstung oder den Kauf einer Kasse erst am 01.10.2020 oder später beauftragt haben, dass Sie mit einer Strafzahlung zu rechnen haben.

Im Wortlaut:
"Kann nachgewiesen werden, dass die Ausrüstung der elektronischen Kassensysteme mit zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtungen (TSE) bis zum 30. September 2020 nicht möglich war, aber rechtzeitig vor dem 1. Oktober 2020 eine verbindliche Bestellung oder ein Auftrag erfolgte, wird eine fehlende TSE-Umrüstung bis zum 31. März 2021 nicht beanstandet. „Liegen die Voraussetzungen vor, ist nicht einmal ein Antrag beim Finanzamt nötig“, sagte Sitzmann."

DEHOGA rät von Cloud-Lösungen ab
Im Wortlaut der DEHOGA BW heißt es:
"Die Pflicht zur Aufrüstung bleibt nach wie vor bestehen. Aber wenn eine TSE nicht erhältlich ist, dann wird das nicht beanstandet. Deswegen auch der geforderte Nachweis, dass vor dem 1. Oktober eine TSE bestellt ist oder die Aufrüstung in Auftrag gegeben ist.
Wer statt der Aufrüstung des bestehenden Systems in eine Cloud-Lösung wechseln will, kann das faktisch nicht, weil es noch keine zertifizierte TSE Cloud-Lösung gibt und auch bis Ende September nicht geben wird."

Nichtbeanstandungsregelung Kasse
Am 05.11.2019 wurde die "Nichtbeanstandungsregelung" für Kassensysteme im Bundesfinanzministerium beschlossen, da der Zeitdruck für den Fachhandel und die Hersteller stetig wächst, da die Sicherheitsmodule bis dato noch nicht erhältlich sind. Eine Nichtbeanstandungsregelung für Kassensysteme in Bezug auf die TSE bedeutet, dass Betriebe, die vor dem 31.12.2019 bei einem Kassenhändler einen Auftrag zur Umrüstung oder die Bestellung eines neuen Kassensystems veranlasst haben, bis zum 30.09.2020 ohne Strafe auskommen. Dies gilt allerdings nur für Aufträge, die vor dem 31.12.2019 erteilt werden!

"Die technisch notwendigen Anpassungen und Aufrüstungen sind umgehend durchzuführen und die rechtlichen Voraussetzungen unverzüglich zu erfüllen. Zur Umsetzung einer flächendeckenden Aufrüstung elektronischer Aufzeichnungssysteme im Sinne des § 146a AO wird es nicht beanstandet, wenn diese elektronischen Aufzeichnungssysteme längstens bis zum 30. September 2020 noch nicht über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügen. (...)"

Wir empfehlen Ihnen, sich rechtzeitig um eine Umrüstung bzw. ein entsprechend neues Kassensystem zu kümmern. Es wird deutschlandweit Lieferengpässe bei allen Herstellern und Fachhändlern geben.

Wichtig:
Die "Nichtbeanstandungsregelung" ist von der "Übergangsregelung" zu unterscheiden. Die Übergangsregelung besagt gemäß Art. 97 § 30 Abs. 3 EGAO, dass Kassensysteme, die der GDPdU entsprechen (Kassensysteme, die vor 2017 verkauft worden sind) und bauartbedingt nicht umrüstbar sind eine Fristverlängerung bis zum 31.12.2022 bekommen, auf die technische Sicherheitseinrichtung  umzurüsten. Danach müssen diese Kassen auch endgültig durch eine neue POS Registrierkasse ausgetauscht werden.

Technische Sicherheitseinrichtung / Sicherheitschip für Kassensysteme
Die zertifizierte Sicherheitseinrichtung gibt es in mehreren Formformaten auf dem Markt geben. Der Einsatz einer TSE gibt es in Form einer MicroSD Karte, einer normalen SD Karte oder eines USB Sticks. Entsprechende Sicherheitsmodule der TSE stehen seit April/ Mai 2020 in ausgereifter Form (ohne technische Probleme) zur Verfügung. Kassensysteme die der GoBD entsprechen sind insofern die Möglichkeit besteht mit relativ geringem Aufwand nachrüstbar. Dieser "Chip" / technische Sicherheitseinrichtung muss direkt in das Kassensystem eingesetzt werden. Er ist steckbar, also einfach in das bestehende Kassensystem zu integrieren und skaliebar/ kostengünstig.
Eine ansehnliche Lösung hat beispielsweise CASIO mit deren Fiskalbox geschaffen. Sie ist selbst an einfache "Tasten Registrierkassen" anzuschließen und wird ab 2020 in Kombination mit der TSE zu 100% dem zukünftigen Gesetz entsprechen. Uns ist derzeit nicht bekannt, dass ein anderer Kassensystemehersteller solch eine einfache Lösung zur Umrüstung geschaffen hat.

Zahlreiche Unternehmen wie etwa die Bundesdruckerei, cv cryptovision oder SwissBit sind Hersteller von TSEs. Alle aktuellen technischen Richtlinien finden Sie jederzeit auf der offiziellen Webseite des BSI.

Im Rahmen des größten Kassenverbands DFKA e.V. dem auch namhafte Kassenhersteller wie etwa CASIO, Vectron und Orderman und Behörden beigetreten sind sind erfolgreiche Tests bereits Mitte 2019 durchgeführt worden.

Bereits vor Jahren gab es mehrere Test mit sogenannten "INSIKA" Chips. Mit diesem System sind beispielsweise alle Taxis in Hamburg ausgestatet. Dieses Modul bzw. Verfahren entspricht allerdings nur teilweise den technischen Richtlinien und kann nicht als Lösung verwendet werden.

Was bisher bekannt ist
Ab dem 31.12.2019 muss jede elektronische Registrierkasse mit folgenden Merkmalen ausgestattet sein:

  • Sicherheitsmodul
      • Oder auch "Chip" genannt soll verhindern, dass Kassendaten im nachhinein verändert werden kann. Die Datensätze in der Kasse werden dann verschlüsselt und fortlaufend nummeriert. Manipulationen sind damit ausgeschlossen.
      • Das Sicherheitsmodul erzeugt folgende Daten (Protokolldaten):
          • Zeitpunkt des Vorgangsbeginns sowie Zeitpunkt der Vorgangsbeendigung (auch bei Vorgangsabbruch)
          • eindeutige und fortlaufende Transaktionsnummer
          • Prüfwert (vgl. Ziffer 3.3.4 der BSI-TR 03153)
          • Seriennummer der Technischen Sicherheitseinrichtung
          • Signaturzähler

  • Speichermedium
      • Auf dem Speichermedium werden alle Einzelaufzeichnungen gespeichert.
      • Das Speichermedium der zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung muss den Anforderungen des Kapitels 6 der Technischen Richtlinie BSI TR-03153 entsprechen. Insbesondere müssen die sichere Speicherung der abgesicherten Anwendungsdaten (Log-Nachrichten) sowie deren Export ermöglicht werden.

  • einheitliche digitale Schnittstelle
      • Die einheitliche digitale Schnittstelle stellt sicher, dass die Datenübertragung funktioniert. Alle Einzeldaten - egal von welchem Hersteller die Kasse ist - sollen im gleichen Format sein. Angelehnt an den Entwurf der Taxonomie Kassendaten wurde der Datensatz der Finanzverwaltung Kasse (DSFinV-K) verabschiedet.

TSE Kasse kaufen
Viele Kassensysteme sind bereits mit der technische Sicherheitseinrichtung lieferbereit.
Unter folgendem Link können Sie die TSE Kasse kaufen.

Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) Preis
Da es das Sicherheitsmodul in verschiedenen Modellen gibt (Laufzeit und Hersteller), gibt es hierzu keinerlei verbindliche Aussagen. Der Chip kostet etwa 229-359€ (bei einer Laufzeit von fünf (5) Jahren. Bei einer Laufzeit von drei (3) Jahren fällt der Betrag entsprechend niedriger aus. Danach muss wiederum ein neuer Chip in die Kasse eingesetzt werden, da die Zertifikate des Chips immer wieder erneuert werden müssen.

zertifizierte TSE (fertige TSE)
  • Am 19.12.2019 ist die erste TSE durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz: BSI) zertifiziert worden. Der Hersteller SwissBit steckt hinter der ersten TSE mit SMAERS Firmware. Link zur SwissBit TSE (BSI Website)


Häufig gestellte Fragen zur TSE (FAQ)

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